UVP-Einsprüche bis 15.6. möglich! Und: Kampwandern am Samstag – die zweite Staffel.

Bis zum 15.6. können alle Bürgerinnen und Bürger Einsprüche gegen den Neubau des Kraftwerks Rosenburg im Rahmen des UVP-Verfahrens einbringen!

Im Zuge des öffentlichen Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung können alle Bürgerinnen und Bürger bis einschließlich 15.06.2018 schriftliche Stellungnahmen bzw. Einwendungen zum Vorhaben an die UVP-Behörde übermitteln (senden an: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt- und Energierecht (RU4), Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten).

Also: Bitte Einspruch erheben! Und unbedingt weitersagen!

Warum wir den Neubau des Kraftwerks Rosenburg ablehnen:
– Die geplante Stauerhöhung inklusive Überstauung eines wertvollen Weichholz-Augebietes, die damit einhergehenden dauerhafte Rodungen geschützter Wälder, die Errichtung einer neuen Betonstaumauer, die Ausbaggerung von 1,5 Kilometer eines völlig natürlichen Flusses im Unterwasser sind schwere und unverhältnismässige Eingriffe in das geschützte Kamptal (Natura 2000-Gebiet Kamp- und Kremstal; Landschaftsschutzgebiet).
– Die laut EVN vorgesehene Restwasserabgabe von 600 Liter / Sekunde in der Ausleitungsstrecke unterhalb des Wehrs ist nicht ausreichend, um das per EU-Richtlinien vorgegebene Verschlechterungsverbot einzuhalten.
– Das Kraftwerk Rosenburg würde auch nach dem Neubau keinen nennenswerten Beitrag zur Stromversorgung in NÖ liefern. Den Kraftwerksneu in der Projektwerber-PR als wichtigen Beitrag zum „Klimaschutz“ zu bezeichnen, ist eine Irreführung.

Statt dessen fordern wir:
– Prüfung einer Renaturierungs-Variante mit einer Öffnungs des Wehrs, die dem Fluss eine durchgehend freie Fliesstrecke ermöglicht.
– Solarstrom-Offensive, vor allem auf Dächern von Gewerbe- und Handels-Gebäuden sowie thermische Sanierung.
– Umfassendes NÖ-Klimaschutzpaket, das zu einer realen Reduktion der Treibhausgasemissionen und des Energieverbrauchs in NÖ führt.

Und: Die gemeinsamen Kampwanderungen am Samstag gehen weiter.
Und zwar bis zum 30.6. 2018. An diesem Tag wird es ein Sommerfest für den lebendigen Kamp geben!

Achtung: die Wanderungen beginnen jeweils um 15 Uhr! (Ausnahmen siehe Poster.)

Das Poster könnt ihr übrigens auch ausdrucken und aufhängen bzw. per Mail weitersenden.

Bitte kommen und weitersagen!

Und nicht vergessen: Einsprüche einsenden…!

UVP-Verfahren zum Neubau des Kraftwerks Rosenburg beginnt: Umweltschützer fordern statt dessen Solar-Offensive

Scharfe Umweltschützer Kritik: „EVN-Projekt Rosenburg ist Greenwashing und ein Schlag ins Gesicht aller Naturfreunde, EVN ist Solar-Nachzügler“

Das Amt der NÖ Landesregierung hat am 30. April 2018 die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) der EVN zum Abriss des alten und Neubau eines größeren Kampkraftwerks Rosenburg veröffentlicht. Laut Einreichunterlagen soll eine 1,6 m höhere Betonstaumauer errichtet, der Stauraum auf 1 km verlängert, 2,9 ha Wald gerodet, das alte Krafthaus durch einen Stahlbetonbau ersetzt und unterhalb davon mehr als 1,5 Kilometer Naturfluss um bis zu 1,5 Meter tief ausgebaggert werden. Außerdem würde statt des Steges eine Straßenbrücke den Kamp queren und der Weg zum Wehr durch den Steilhang zu einer 5 m breiten Straße „ertüchtigt“ werden.

Die offizielle Kundmachung gibt bekannt: „Ab 02.05.2018 bis einschließlich 15.06.2018 besteht für jeden die Möglichkeit schriftliche Stellungnahmen bzw. Einwendungen zum Vorhaben bei der UVP-Behörde (per Adresse: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt- und Energierecht (RU4), Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten), einzubringen.“ Danach wird der Mehrheitseigentümer der EVN und die Genehmigungsbehörde – das Land Niederösterreich – eine Entscheidung treffen.

Das mittlere Kamptal ist wegen seiner außerordentlichen Naturnähe und herausragenden landschaftlichen Schönheit als Europaschutzgebiet und seit langer Zeit auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Deshalb sind Verschlechterungen für geschützte Lebensräume und Arten verboten und die landschaftliche Schönheit und Eigenart zu bewahren. Laut der UVE der niederösterreichischen „EVN Naturkraft“ soll der Kraftwerksneubau in der Bauphase aber bloss „geringfügige“ bis „vertretbare“ Auswirkungen auf die Schutzgüter haben bzw. in der Betriebsphase sogar „verträglich“ sein. Und die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sollen trotz mehrjähriger Großbaustelle mit massiver Umgestaltung des Flusses auf etwa 2 Kilometer Länge mit dem Landschaftsbild verträglich sein.

Die Naturschutzverbände bezeichnen diese EVN-Bewertungen als „haarsträubende Schönfärberei“ und „Greenwashing“. Margit Gross, Geschäftsführerin des Naturschutzbund Niederösterreich, meint: „Die Ausbaggerung eines naturbelassenen Flusses auf einer derartigen Länge, die weitflächige Überstauung einer – laut EU – prioritär geschützten Weichholzau, die Flutung von natürlichen Ufern und Rauschestrecken sowie die Zerstörung von mehr als zwei Hektar – teilweise ebenfalls prioritär geschützten – Hangwald kann nicht naturverträglich sein.“

Gerhard Egger, Programmleiter Fließgewässer beim WWF Österreich, betont: „Das mittlere Kamptal ist eines der letzten großflächig naturnahen Flusstäler Österreichs und daher als Ganzes hochgradig schützenswert. Der Kamp hat durch die bestehenden drei großen Stauseen und die vielen Kleinwasserkraftwerke schon genug Schaden erlitten. Nun auch noch den letzten naturnahen Abschnitt noch weiter zu schädigen, ist nicht vertretbar! Wir rufen Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als Vertreterin des Mehrheitseigentümers dringend auf hier ganz schnell die Notbremse zu ziehen und den Erholungs- und Naturraum Kamptal zu retten!“

Stromausbeute und Naturzerstörung stehen bei diesem Projekt in keinem sinnvollen Verhältnis. Das neu gebaute Kraftwerk Rosenburg würde keinen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung und somit zur Energiewende liefern. Es ist aus Sicht der Naturschutzverbände außerdem absolut unverständlich, warum der Solarstrom-Nachzügler EVN nicht schon längst Kooperationen mit Handelsunternehmen eingegangen ist, um die vielen Dächer und Parkplätze von Shoppingcenters und Gewerbegebäuden mit Solarstromanlagen auszustatten.

Den Neubau von Rosenburg mit Klimaschutz zu argumentieren, bezeichnen die NGOs als „durchsichtige Manipulationsstrategie“. Gerhard Egger: „Wer den Klimaschutz ernst nimmt, folgt einem Gesamtkonzept, das bei allen Verursachern von Treibhausgas-Emissionen ansetzt, den Energieverbrauch senkt und nur naturverträgliche Energiequellen fördert. Einerseits das Verkehrswachstum mit überzogenen Straßenbauten immer noch weiter zu steigern und andererseits das vor Jahren als Flussheiligtum ausgerufene Kamptal an einer landschaftlich sehr sensiblen Stelle, dem Umlaufberg, schwerwiegend zu schädigen, macht die Energie- und Naturschutzpolitik des Landes völlig unglaubwürdig.“ Margit Gross abschliessend in Richtung NÖ Landesregierung: „Wir rufen das Land NÖ auf, endlich sinnvollen Klimaschutz zu betreiben und das Europaschutzgebiet Kamptal ungeschmälert zu erhalten!“

Die NGOs haben ein Gutachten in Auftrag gegeben und werden sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für das Kamptal einsetzen.

„Jeder“ kann Stellungnahmen und Einwendungen beim Amt der NÖ Landesregierung einbringen – bis inkl. 15.Juni 2018. Ein Papier mit Argumenten gibt es hier: Fragen und Antworten

Der Kamp unterhalb des alten Krafthauses: hier soll der völlig naturbelassene Fluss nach den EVN-Plänen auf einer Länge von 1,5 Kilometer um bis zu 1,5 Meter tief ausgebaggert werden…

UVP-Verfahren zum Neubau des Kraftwerk Rosenburg gestartet

Bis 15. Juni 2018 können von „jedermann“ Einwendungen bei der NÖ Landesregierung eingebracht werden…

Das Amt der NÖ Landesregierung hat am 30. April 2018 die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) der EVN zum Abriss und vergrößerten Neubau des Kampkraftwerks Rosenburg veröffentlicht. Laut Einreichunterlagen soll eine neue Betonstaumauer errichtet, der Stauraum verlängert, 2,1 ha Wald gerodet und unterhalb des alten Krafthauses mehr als 1,5 Kilometer Naturfluss um bis zu 1,5 Meter tief ausgebaggert werden. Das mittlere Kamptal ist als Europaschutzgebiet und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Der Text der offiziellen Kundmachung gibt bekannt: „Ab 02.05.2018 bis einschließlich 15.06.2018 besteht die Möglichkeit für jedermann, schriftliche Stellungnahmen bzw. Einwendungen zum Vorhaben bei der UVP-Behörde (per Adresse: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt-und Energierecht (RU4), Landhausplatz 1, 3109 St. Pölten, einzubringen.“ (Und die wird es geben!) Danach wird der Mehrheitseigentümer der EVN, das Land NÖ, eine Entscheidung treffen.

Hier finden sich alle UVP-Unterlagen: http://noel.gv.at/noe/Umweltschutz/U_869.html

Laut der UVE soll der Kraftwerksneubau in der Bauphase „geringfügige“ bis „vertretbare“ Auswirkungen auf die Schutzgüter haben bzw. in der Betriebsphase „verträglich“ sein.
Wir sehen das anders: Die Ausbaggerung eines naturbelassenen Flusses auf einer Länge von mehr als 1,5 Kilometer, die teilweise Überstauung einer (laut EU prioritär) geschützten Weichholzau bzw. von natürlichen Ufern und Rauschestrecken oder die Rodung von mehr als einem Hektar Wald (der teilweise in einem sehr naturnahen Zustand ist) als „verträglich“ zu bezeichnen, erinnert eher an Greenwashing… 

Wir sagen: Ja zu Klimaschutz, ja zu einer Solarstrom-Offensive (zB. auf Einkaufszentren) und ja zum Energiesparen. Aber: Nein zur mutwilligen Naturzerstörung in Schutzgebieten!

Bitte das Poster unten downloaden und verbreiten!

Kamp-Vortrag: Flüsse, Lebensadern der Landschaft

Der bekannte Wissenschaftler, Umweltschützer und Mitinitiator der Hainburg-Proteste Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch spricht über die Bedrohung unserer Fliessgewässer, was es mit den „Elektrovampiren“ auf sich hat und warum der Kamp kein „Organspender für Aktionäre“ werden darf…

Anschließend werden die Naturschutzverbände über den aktuellen Stand bezüglich der EVN-Neubaupläne für das Kampkraftwerk Rosenburg informieren – und es gibt die Möglichkeit zur Diskussion bzw. Vernetzung.

Zeit: 28. April 2018, 19 Uhr
Ort: Gasthof Haimerl in Stiefern
Stiefern 
Hauptstraße 1, 3562 Stiefern

Bitte kommen und weitersagen!

Das Poster unten können Sie / könnt Ihr ausdrucken und aufhängen / weitergeben… Danke!

 

Gemeinsame Kampagne von Patagonia und Blue Heart of Europe

Umweltfreundliche Wasserkraft ist ein Irrglaube…

Der bekannte Outdoor-Ausrüster Patagonia unterstützt die Kampagne „Save the Blue Heart of Europe“ mit einer neuen Website „Blue Heart“ und einem Film. Hier geht es zum Trailer.

Die gemeinsame Kampagne setzt sich gegen einen veritablen „Goldrausch der Wasserkraft“ am Balkan ein. Dort fliessen die letzten wilden Flüsse Europas. Die Wasserkraftlobby will das aber ändern: mehr als 3.000 Staudämme und Wasserumleitungen zur Stromerzeugung sind dort in Planung, beziehungsweise befinden sich schon im Bau. Mehr als 1.000 Anlagen sind bereits in Betrieb.
Diese Staudämme werden für die Flüsse, die Tierwelt und die Gemeinden vor Ort nicht wiedergutzumachende Schäden verursachen. Das „blaue Herz Europas“ steht vor einem Infarkt…

Etliche dieser Staudamm-Projekte werden mit fragwürdigen Methoden und Polizeigewalt gegen die einheimische Bevölkerung durchgepeitscht. Der Film „Blue Heart“ zeigt in starken Bilder die berauschende Schönheit der Balkanflüsse, wie sie durch Gier zerstört werden – und wie der Widerstand wächst.

Zitat: „Wasserkraft ist die einzige „erneuerbare“ Energiequelle, die dazu führt, dass Arten aussterben, Menschen vertrieben werden und die den Klimawandel verschärft.“

Der mittlere Kamp ist einer der letzten freien Flussabschnitte Österreichs. Auch hier wollen die Betreiber wirtschaftliche Interessen voranstellen. 

Müssen wir denn wirklich alles ruinieren?

Hier geht es zur Petition für einen lebendigen Kamp.

Ausbaggerung + größere Betonmauer = Revitalisierung?

Der geplante Abriss und Neubau des alten Kampkraftwerks in Rosenburg ist keine „Revitalisierung“, wie uns die EVN glauben machen will…

Wir haben dazu ein Info-Bild erstellt. Bitte weiterverteilen – posten / teilen und / oder per Email versenden (mit rechter Maustaste könnt ihr das Bild runterladen!

Bitte das Bild runterladen und weiterverteilen… Dankeschön!

Kampwandern am Samstag – das Programm

Ab 17. Februar heisst es nun jeden Samstag: ab ins Kamptal.
Hier das gesamte Programm:

Sa., 17.2., 10.00 – Erhard Kraus: „Zu Fischotter und Biber – Winterwanderung am Kamp-Umlaufberg“ (Suche nach den Anwesenheitszeichen wasserlebender Säugetiere)

Sa., 24.2., 14.00 – Georg Krieger und Ingrid Schmitzberger: Fluss – Wald – Gänsesäger

Sa., 3.3., 14.00 – Andrea Kukla: Spaziergang mit Kind und Hund

Sa., 10.3., 14.00 – Rudi Mück: Pfade finden im Kamptal

Sa., 17.3., 10.00 – Erhard Kraus: „Frühjahrswanderung am Kamp-Umlaufberg“ (Halbtagswanderung mit Schwerpunkt Ornithologie, Waldökologie, Auwälder und Hangwälder, FFH-Richtlinie, Naturschutz im Kamptal)

Sa., 24.3., 14.00 – Ökologe Stefan Glaser: Wasserwege: vom Wasserzyklus in der Kulturlandschaft (dann ab 18.30: Kamptal-Stammtisch)

Sa., 31.3., 14.00 – (Ostersamstag) – Wanderführerin Sybille Steidl: Alte Gemäuer in der Wildnis

Sa., 7.4., 14.00 – Hemma Faiman: „Frühling im Auwald –  mit allen Sinnen unterwegs“, eine leichte Wanderung und Naturerfahrungsspiele

Sa., 14.4., 14.00 – Ornithologe Thomas Zuna-Kratky: Vogelwelt an Kampfluss, Au und Hangwald – artenreiche Vielfalt auf engem Raum

Sa., 21.4., 10.00 – Georg Krieger und Ingrid Schmitzberger: Fluss – Wald – Gänsesäger

Sa., 28.4., 10.00 – Werner Gamerith: Botanische Schönheiten mit dem Naturfotografen und Kamptal Buchautor

Hier alle Termine auch als Poster-Download. Bitte weitersagen / teilen!

 

Info-Treffen zum Kraftwerk Rosenburg: 
Naturparadies oder Neubau?

Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den geplanten Neubau des Kampkraftwerks in Rosenburg / Kamp steht unmittelbar bevor. Doch wie sinnvoll ist das Projekt? Was würde durch den Neubau zerstört werden? Was können wir tun?

Ein Info- und Diskussionstreffen über die EVN-Kraftwerkspläne und das Kamptal.

Inputs: Werner Gamerith (Autor, Fotograf) und Ulrich Eichelmann (Riverwatch).

Zeit: 23. Februar 2018, 19 Uhr
Ort: Ausklang – Das Lokal im Kunsthaus
Wiener Straße 2, 3580 Horn

Bitte weitersagen!
Das Poster unten könnt ihr runterladen, ausdrucken und aufhängen bzw. weitermailen… Danke!

Kamptal-Stammtisch: 3. Februar, Rosenburg

80 Menschen kamen zur Diskussionsveranstaltung am 12. Jänner beim Poldiwirt in Gars. Der Saal wurde für diesen unerwarteten „Ansturm“ regelrecht zu klein… Das große Interesse zeigt klar, dass der „lebendige Kamp“ sehr vielen Menschen in der Region ein großes Anliegen ist. Viele wollen nun aktiv werden!

Daher organisieren wir einen ersten „Kamptal-Stammtisch“ für diejenigen, die sich tatkräftig für einen frei fließenden Kamp, für die Erhaltung der Naturlandschaft und gegen den Neubau des EVN-Kraftwerks engagieren wollen:
am: Samstag, den 3. Februar um 18:30 Uhr
wo: Gasthaus Rosenstube, 3576 Rosenburg 13

Wir würden uns sehr darüber freuen, mit Ihnen/Dir gemeinsam darüber zu diskutieren, was wir tun können, um den Kamp für seine besonderen tierischen und pflanzlichen Bewohner und für uns alle als wertvollen Naherholungsraum zu erhalten.
(Das ist also keine Info-Veranstaltung!)

Das Kamptal ist ein besonderes Naturjuwel: der frei fließende Fluss, die naturnahen (bis urwaldartigen) Hangwälder, die Vielfalt der hier lebenden Arten. Ein unversehrtes Kamptal bietet für die Region mehr Möglichkeiten für eine positive und nachhaltige Entwicklung als eine weitere Betonmauer. Es gibt also viele Argumente, die gegen den Neubau des Kraftwerks bei Rosenburg und für die (naturschonende) in Wert Setzung eines der letzten naturnahen Flusstäler mit einer langen freien Fließstrecke in Niederösterreich sprechen.
Das Kamptal braucht jetzt unseren Einsatz! Mehr denn je.

Kamptal-Diskussion in Gars: Plädoyer für einen lebendigen Kamp

Einigkeit bei Experten und Einheimischen: das unversehrte Kamptal ist Schlüssel für eine positive Entwicklung der Region!

Gars / Kamp (13. Jänner 2018): Gestern Abend waren etwa 80 Personen der Einladung der Aktionsgruppe „Lebendiger Kamp“ gefolgt, um beim Poldiwirt in Gars über die Zukunft des Kamptals zu diskutieren. Anlass für die Veranstaltung war die bevorstehende Umweltverträglichkeitsprüfung für den von der EVN vorangetriebenen Abriss und Neubau des Kraftwerks Rosenburg im Europaschutzgebiet „Kamp- und Kremstal“.

Die Vortragenden kritisierten das Projekt und forderten von Landesrat Stephan Pernkopf die Ausarbeitung und Prüfung einer weiteren Variante zu veranlassen: den Abriss des Stauwehres.Damit könnten Kosten gespart sowie dem Kamptal und seinen Bewohnern ein wertvolles Stück Natur zurückgegeben werden. Im Anschluss an die Vorträge wurde bis spät in die Abendstunden diskutiert.

„Der Kamp oberhalb Rosenburg ist ein vom Fluss geprägter, dynamischer Lebensraum von seltener Ursprünglichkeit,“ betonte der Fotograf und Autor Werner Gamerith in seinem Eröffnungs-Vortrag. „Der beabsichtigte Neubau des Kraftwerks würde zwei Kilometer von diesem Wildfluss vernichten. Eine Stilllegung der historischen Anlage gäbe ihm hingegen vier Kilometer Fliessstrecke zurück. Das reizvolle Engtal mit dem rauschenden Kamp und seiner unglaublich reichen Pflanzen- und Tierwelt sind für die Bewahrung der Biodiversität ebenso wichtig wie für die Entwicklung eines sanften Tourismus für den wachsenden Bedarf an Naturberührung und -erfahrung. Der Strom des Lebens kommt nicht aus der Steckdose!“

Gerhard Egger, Leiter des Flüsse-Teams beim WWF Österreich: „In Österreich gibt es mehr als 5.200 Kraftwerke. Unsere Bäche und Flüsse sind bereits alle 600 m durch Wehre, Staumauern und Sohlschwellen unterbrochen. Ein Neubau des Kraftwerks in Rosenburg zerstört Natur, kostet enorm viel und bringt nicht mal was für den Klimaschutz. Die Energiewende kann nur durch drastische Einsparungen und nicht durch den Ausbau der letzten unzerstörten Flussstrecken – wie dem Flussheiligtum am Kamp – gelingen.“

In einer energiewirtschaftlichen Studie, die im Jahr 2016 im Auftrag des WWF erstellt wurde, fiel das geplante Projekt auch wirtschaftlich in allen Fächern durch (siehe auch die Trend-Grafik). Von 158 untersuchten österreichischen Kraftwerken landet das Kraftwerk Rosenburg an der 4-letzten Stelle, weil die Kosten in keiner Relation zur möglichen Energiegewinnung stehen. „Das Geld wäre besser in Gewässerschutz und Energie-Einsparungsmaßnahmen investiert,“ so Egger.

Eine wesentliche Variante, die im UVP Verfahren zu prüfen wäre, ist der Abriss der Anlage. Dazu müsste die Staumauer beseitigt werden, das historische Krafthaus könnte erhalten bleiben. „LR Pernkopf sollte die EVN umgehend dazu verpflichten, die Kosten und Folgen der Abrissvariante zu erheben. Das gehört einfach in eine umfassende Prüfung der Möglichkeiten dazu“, so Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch, einem Verein zum Schutz der Flüsse. „In vielen Ländern wie Frankreich, Spanien, Schweden und den USA werden längst bestehende Wasserkraftwerke abgerissen, einfach, weil eine Prüfung ergeben hat, dass ein solcher Abriss ökonomisch und ökologisch das Beste ist“.

Der Neubau des Kraftwerks Rosenburg wird durch hohe Subventionen finanziert, die jeder Stromkunde der EVN über zusätzliche Abgaben auf seiner Stromrechnung bezahlt. „Die Stromkunden der EVN sollten sich überlegen, ob sie bei diesem Anbieter bleiben wollen, falls die EVN das KW Rosenburg baut“, so Ulrich Eichelmann abschließend.

Der Vertreterinnen der Naturschutzverbände plädierten unisono dafür, das Natur- und Landschaftskapital des Kamptals auch für die Menschen in der Region zu erhalten, als Grundlage für eine nachhaltige, regionale Wirtschaftsentwicklung. Der Kraftwerksneubau würde nach der Bauphase so gut wie keine Arbeitsplätze schaffen, ein forcierter Naturtourismus hingegen schon. „ Das Kamptal ist eine traditionsreiche Erholungs- und Sommerfrische-Gegend, Gars ist ein bekannter Luftkurort. Die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach unversehrter Natur in der ‚Nähe‘ bietet für das Kamptal vielversprechende Perspektiven, etwa im Bereich Naturtourismus. Doch dafür braucht es aber eine intakte, unverbaute Landschaft!“ sagte Margit Gross vom Naturschutzbund Niederösterreich.

Das EVN-Projekt sieht laut UVP-Feststellungsbescheid (und Medienberichten) ein neue, höhere Staumauer, einen entsprechend vergrößerten Stauraum und die Ausbaggerung des Unterwassers auf einer Länge von mehr als einem Kilometer vor. Teile naturnaher Au- und Schluchtwälder würden überflutet bzw. müßten abgeholzt werden. Die genauen Details des EVN-Einreichprojekts sind derzeit aber nicht öffentlich bekannt. 
Naturschützer, Experten und eine Reihe prominenter Persönlichkeiten lehnen Eingriffe in das Naturjuwel Kamptal ab. Naturschutzbund, Riverwatch und WWF hatten wiederholt sowohl die EVN als auch den Mehrheitseigentümer bzw. Genehmigungsbehörde Land NÖ zu einem Dialog über wirtschaftlich und ökologisch verträglichere Alternativen aufgefordert, um unnötige Konflikte und teure Fehlinvestitionen zu vermeiden. Diese Appelle verhallten jedoch ungehört.

Downloads zur Veranstaltung:
Vortrag von Werner Gamerith
Präsentation von Gerhard Egger (WWF)
Präsentation von Ulrich Eichelmann (Riverwatch)

Da das kostenaufwändige UVP-Verfahren nun unvermeidlich scheint, werden die Naturschutzverbände die Interessen von Natur- und Landschaftserhaltung konsequent vertreten, auf höchstqualifizierte und unabhängige Gutachter drängen, die Korrektheit der Prüfungen akribisch kontrollieren und für volle Transparenz sorgen.

Wir werden an dieser Stelle  umfassend über die UVP und damit verbundene Aktivitäten berichten… 

Kampschlinge beim Umlaufberg. (c) Werner Gamerith