Kampwandern am Samstag – das Programm

Ab 17. Februar heisst es nun jeden Samstag: ab ins Kamptal.
Hier das gesamte Programm:

Sa., 17.2., 10.00 – Erhard Kraus: „Zu Fischotter und Biber – Winterwanderung am Kamp-Umlaufberg“ (Suche nach den Anwesenheitszeichen wasserlebender Säugetiere)

Sa., 24.2., 14.00 – Georg Krieger und Ingrid Schmitzberger: Fluss – Wald – Gänsesäger

Sa., 3.3., 14.00 – Andrea Kukla: Spaziergang mit Kind und Hund

Sa., 10.3., 14.00 – Rudi Mück: Pfade finden im Kamptal

Sa., 17.3., 10.00 – Erhard Kraus: „Frühjahrswanderung am Kamp-Umlaufberg“ (Halbtagswanderung mit Schwerpunkt Ornithologie, Waldökologie, Auwälder und Hangwälder, FFH-Richtlinie, Naturschutz im Kamptal)

Sa., 24.3., 14.00 – Ökologe Stefan Glaser: Wasserwege: vom Wasserzyklus in der Kulturlandschaft (dann ab 18.30: Kamptal-Stammtisch)

Sa., 31.3., 14.00 – (Ostersamstag) – Wanderführerin Sybille Steidl: Alte Gemäuer in der Wildnis

Sa., 7.4., 14.00 – Hemma Faiman: „Frühling im Auwald –  mit allen Sinnen unterwegs“, eine leichte Wanderung und Naturerfahrungsspiele

Sa., 14.4., 14.00 – Ornithologe Thomas Zuna-Kratky: Vogelwelt an Kampfluss, Au und Hangwald – artenreiche Vielfalt auf engem Raum

Sa., 21.4., 10.00 – Georg Krieger und Ingrid Schmitzberger: Fluss – Wald – Gänsesäger

Sa., 28.4., 10.00 – Werner Gamerith: Botanische Schönheiten mit dem Naturfotografen und Kamptal Buchautor

Hier alle Termine auch als Poster-Download. Bitte weitersagen / teilen!

 

Info-Treffen zum Kraftwerk Rosenburg: 
Naturparadies oder Neubau?

Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den geplanten Neubau des Kampkraftwerks in Rosenburg / Kamp steht unmittelbar bevor. Doch wie sinnvoll ist das Projekt? Was würde durch den Neubau zerstört werden? Was können wir tun?

Ein Info- und Diskussionstreffen über die EVN-Kraftwerkspläne und das Kamptal.

Inputs: Werner Gamerith (Autor, Fotograf) und Ulrich Eichelmann (Riverwatch).

Zeit: 23. Februar 2018, 19 Uhr
Ort: Ausklang – Das Lokal im Kunsthaus
Wiener Straße 2, 3580 Horn

Bitte weitersagen!
Das Poster unten könnt ihr runterladen, ausdrucken und aufhängen bzw. weitermailen… Danke!

Kamptal-Stammtisch: 3. Februar, Rosenburg

80 Menschen kamen zur Diskussionsveranstaltung am 12. Jänner beim Poldiwirt in Gars. Der Saal wurde für diesen unerwarteten „Ansturm“ regelrecht zu klein… Das große Interesse zeigt klar, dass der „lebendige Kamp“ sehr vielen Menschen in der Region ein großes Anliegen ist. Viele wollen nun aktiv werden!

Daher organisieren wir einen ersten „Kamptal-Stammtisch“ für diejenigen, die sich tatkräftig für einen frei fließenden Kamp, für die Erhaltung der Naturlandschaft und gegen den Neubau des EVN-Kraftwerks engagieren wollen:
am: Samstag, den 3. Februar um 18:30 Uhr
wo: Gasthaus Rosenstube, 3576 Rosenburg 13

Wir würden uns sehr darüber freuen, mit Ihnen/Dir gemeinsam darüber zu diskutieren, was wir tun können, um den Kamp für seine besonderen tierischen und pflanzlichen Bewohner und für uns alle als wertvollen Naherholungsraum zu erhalten.
(Das ist also keine Info-Veranstaltung!)

Das Kamptal ist ein besonderes Naturjuwel: der frei fließende Fluss, die naturnahen (bis urwaldartigen) Hangwälder, die Vielfalt der hier lebenden Arten. Ein unversehrtes Kamptal bietet für die Region mehr Möglichkeiten für eine positive und nachhaltige Entwicklung als eine weitere Betonmauer. Es gibt also viele Argumente, die gegen den Neubau des Kraftwerks bei Rosenburg und für die (naturschonende) in Wert Setzung eines der letzten naturnahen Flusstäler mit einer langen freien Fließstrecke in Niederösterreich sprechen.
Das Kamptal braucht jetzt unseren Einsatz! Mehr denn je.

Kamptal-Diskussion in Gars: Plädoyer für einen lebendigen Kamp

Einigkeit bei Experten und Einheimischen: das unversehrte Kamptal ist Schlüssel für eine positive Entwicklung der Region!

Gars / Kamp (13. Jänner 2018): Gestern Abend waren etwa 80 Personen der Einladung der Aktionsgruppe „Lebendiger Kamp“ gefolgt, um beim Poldiwirt in Gars über die Zukunft des Kamptals zu diskutieren. Anlass für die Veranstaltung war die bevorstehende Umweltverträglichkeitsprüfung für den von der EVN vorangetriebenen Abriss und Neubau des Kraftwerks Rosenburg im Europaschutzgebiet „Kamp- und Kremstal“.

Die Vortragenden kritisierten das Projekt und forderten von Landesrat Stephan Pernkopf die Ausarbeitung und Prüfung einer weiteren Variante zu veranlassen: den Abriss des Stauwehres.Damit könnten Kosten gespart sowie dem Kamptal und seinen Bewohnern ein wertvolles Stück Natur zurückgegeben werden. Im Anschluss an die Vorträge wurde bis spät in die Abendstunden diskutiert.

„Der Kamp oberhalb Rosenburg ist ein vom Fluss geprägter, dynamischer Lebensraum von seltener Ursprünglichkeit,“ betonte der Fotograf und Autor Werner Gamerith in seinem Eröffnungs-Vortrag. „Der beabsichtigte Neubau des Kraftwerks würde zwei Kilometer von diesem Wildfluss vernichten. Eine Stilllegung der historischen Anlage gäbe ihm hingegen vier Kilometer Fliessstrecke zurück. Das reizvolle Engtal mit dem rauschenden Kamp und seiner unglaublich reichen Pflanzen- und Tierwelt sind für die Bewahrung der Biodiversität ebenso wichtig wie für die Entwicklung eines sanften Tourismus für den wachsenden Bedarf an Naturberührung und -erfahrung. Der Strom des Lebens kommt nicht aus der Steckdose!“

Gerhard Egger, Leiter des Flüsse-Teams beim WWF Österreich: „In Österreich gibt es mehr als 5.200 Kraftwerke. Unsere Bäche und Flüsse sind bereits alle 600 m durch Wehre, Staumauern und Sohlschwellen unterbrochen. Ein Neubau des Kraftwerks in Rosenburg zerstört Natur, kostet enorm viel und bringt nicht mal was für den Klimaschutz. Die Energiewende kann nur durch drastische Einsparungen und nicht durch den Ausbau der letzten unzerstörten Flussstrecken – wie dem Flussheiligtum am Kamp – gelingen.“

In einer energiewirtschaftlichen Studie, die im Jahr 2016 im Auftrag des WWF erstellt wurde, fiel das geplante Projekt auch wirtschaftlich in allen Fächern durch (siehe auch die Trend-Grafik). Von 158 untersuchten österreichischen Kraftwerken landet das Kraftwerk Rosenburg an der 4-letzten Stelle, weil die Kosten in keiner Relation zur möglichen Energiegewinnung stehen. „Das Geld wäre besser in Gewässerschutz und Energie-Einsparungsmaßnahmen investiert,“ so Egger.

Eine wesentliche Variante, die im UVP Verfahren zu prüfen wäre, ist der Abriss der Anlage. Dazu müsste die Staumauer beseitigt werden, das historische Krafthaus könnte erhalten bleiben. „LR Pernkopf sollte die EVN umgehend dazu verpflichten, die Kosten und Folgen der Abrissvariante zu erheben. Das gehört einfach in eine umfassende Prüfung der Möglichkeiten dazu“, so Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch, einem Verein zum Schutz der Flüsse. „In vielen Ländern wie Frankreich, Spanien, Schweden und den USA werden längst bestehende Wasserkraftwerke abgerissen, einfach, weil eine Prüfung ergeben hat, dass ein solcher Abriss ökonomisch und ökologisch das Beste ist“.

Der Neubau des Kraftwerks Rosenburg wird durch hohe Subventionen finanziert, die jeder Stromkunde der EVN über zusätzliche Abgaben auf seiner Stromrechnung bezahlt. „Die Stromkunden der EVN sollten sich überlegen, ob sie bei diesem Anbieter bleiben wollen, falls die EVN das KW Rosenburg baut“, so Ulrich Eichelmann abschließend.

Der Vertreterinnen der Naturschutzverbände plädierten unisono dafür, das Natur- und Landschaftskapital des Kamptals auch für die Menschen in der Region zu erhalten, als Grundlage für eine nachhaltige, regionale Wirtschaftsentwicklung. Der Kraftwerksneubau würde nach der Bauphase so gut wie keine Arbeitsplätze schaffen, ein forcierter Naturtourismus hingegen schon. „ Das Kamptal ist eine traditionsreiche Erholungs- und Sommerfrische-Gegend, Gars ist ein bekannter Luftkurort. Die wachsende Sehnsucht vieler Menschen nach unversehrter Natur in der ‚Nähe‘ bietet für das Kamptal vielversprechende Perspektiven, etwa im Bereich Naturtourismus. Doch dafür braucht es aber eine intakte, unverbaute Landschaft!“ sagte Margit Gross vom Naturschutzbund Niederösterreich.

Das EVN-Projekt sieht laut UVP-Feststellungsbescheid (und Medienberichten) ein neue, höhere Staumauer, einen entsprechend vergrößerten Stauraum und die Ausbaggerung des Unterwassers auf einer Länge von mehr als einem Kilometer vor. Teile naturnaher Au- und Schluchtwälder würden überflutet bzw. müßten abgeholzt werden. Die genauen Details des EVN-Einreichprojekts sind derzeit aber nicht öffentlich bekannt. 
Naturschützer, Experten und eine Reihe prominenter Persönlichkeiten lehnen Eingriffe in das Naturjuwel Kamptal ab. Naturschutzbund, Riverwatch und WWF hatten wiederholt sowohl die EVN als auch den Mehrheitseigentümer bzw. Genehmigungsbehörde Land NÖ zu einem Dialog über wirtschaftlich und ökologisch verträglichere Alternativen aufgefordert, um unnötige Konflikte und teure Fehlinvestitionen zu vermeiden. Diese Appelle verhallten jedoch ungehört.

Downloads zur Veranstaltung:
Vortrag von Werner Gamerith
Präsentation von Gerhard Egger (WWF)
Präsentation von Ulrich Eichelmann (Riverwatch)

Da das kostenaufwändige UVP-Verfahren nun unvermeidlich scheint, werden die Naturschutzverbände die Interessen von Natur- und Landschaftserhaltung konsequent vertreten, auf höchstqualifizierte und unabhängige Gutachter drängen, die Korrektheit der Prüfungen akribisch kontrollieren und für volle Transparenz sorgen.

Wir werden an dieser Stelle  umfassend über die UVP und damit verbundene Aktivitäten berichten… 

Kampschlinge beim Umlaufberg. (c) Werner Gamerith