WWF, Naturschutzbund NÖ und Riverwatch stellen klar: EVN verbreitet „alternative Fakten“ über angebliche NGO-Einbindung in Variantenprüfung

Umweltschutzorganisationen sind gegen den geplanten Ausbau des Kraftwerks Rosenburg

Für Empörung bei allen wichtigen Umweltschutzorganisationen sorgt eine Veröffentlichung der EVN in Niederösterreich. Im EVN-Journal III 2018 (September) wird der Eindruck erweckt, dass das vom landeseigenen Energiekonzern EVN vorangetriebene Projekt eines kompletten Neubaus des Kampkraftwerks Rosenburg – im Natura 2000 Gebiet „Kamp und Kremstal“ – unter Beteiligung der Naturschutzorganisationen zustanden gekommen sei. In dem Heft steht zu lesen: „Das eingereichte Projekt ist das Ergebnis einer umfangreichen Variantenstudie, in die alle wichtigen Natur- und Umweltschutzorganisationen eingebunden waren.“ Diese Behauptung löst bei den betroffenen NGOs nun großen Ärger aus. Naturschutzbund, Riverwatch und WWF bezeichnen die EVN Aussage als offensichtlichen Versuch, mit „alternativen Fakten“ die öffentliche Meinung zu manipulieren.

Tatsache ist vielmehr, dass die NGOs die von der EVN im November 2015 vorgelegten Neubauvarianten einhellig ablehnten. Die umfangreichen NGO-Stellungnahmen wurden bloß als Anhang eines inhaltlich davon völlig unbeeinflussten EVN-Variantenpapiers beigefügt. Inhaltlich wich die EVN in diesem Variantenpapier von der Linie früherer Papiere keinen Millimeter ab. Offenbar soll mit dieser irreführenden Behauptung der Eindruck vermitteln werden, dass sogar die Naturschützer für das umstrittene Kraftwerksprojekt eintreten.

Hier die Fakten: Im November 2015 legte die EVN ein Variantenpapier zum Kraftwerk Rosenburg vor und forderte eine Reihe von NGOs auf, Stellungnahmen zu den verschiedenen Kraftwerksvarianten vorzulegen. Zur Diskussion standen drei Varianten:

  • eine Bestandssanierung: Technik-Erneuerung ohne Kraftwerksneubau;
  • eine sogenannte „ökonomisch optimierte Variante -eine unrealistische „Schreckvariante“, die selbst nach informellen EVN-Aussagen niemals genehmigungsfähig war, weil zu groß;
  • und eine sogenannte „ökologisch optimierte Variante“: sozusagen der bereits mitgelieferte „Schein-Kompromiss“.

Die „beteiligten“ NGOs Naturschutzbund, Riverwatch und WWF fordern die EVN nunmehr auf, die irreführenden Aussagen umgehend mit folgender Formulierung richtig zu stellen: „Das eingereichte Projekt ist das Ergebnis einer Variantenstudie, für die die Stellungnahmen alle wichtigen Natur- und Umweltschutzorganisationen eingeholt, aber in keiner Weise berücksichtigt wurden. Die NGOs lehnten den Neubau des Kraftwerks Rosenburg im Natura 2000 Gebiet Kamp- und Kremstal strikt ab.“

Naturschutzbund, Riverwatch und WWF rufen den EVN-Eigentümer Land Niederösterreich auf, die Planungen für einen Neubau des Kraftwerks Rosenburg im Europaschutzgebiet Kamptal einzustellen und stattdessen eine umfassende Klimaschutzoffensive zu starten – inklusive wirksamer Maßnahmen zur Energieeinsparung und des längst überfälligen Ausbaus der Solarenergie-Nutzung.

Naturschutzbund NÖ, Kajak Club Gars, Riverwatch, Umweltforum österreichischer Wissenschaftler und WWF übermittelten umfangreiche und kritische Stellungnahmen und lehnten die von der EVN favorisierten Neubauvarianten unisono ab. Kritische Reaktionen gab es außerdem von Birdlife und dem Umweltdachverband. Hier können alle Papiere nachgelesen werden.

ORF-Bürgeranwalt zum Kraftwerkskonflikt im Kamptal

Der ORF hat in der „Bürgeranwalt“-Sendung am Samstag, den 15. September 2018, (17:30-18:15, ORF 2) über den Konflikt um das EVN-Projekt eines vergrößerten Neubaus des alten Kamp-Kraftwerks bei Rosenburg berichtet.
Die Sendung ist 7 Tage in der ORF TV-Thek nachsehbar.

Ein ORF-Team hat dafür beim „Flasmob im Kamp“ am 29. August gedreht und mit Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiative sowie mit besorgten Bürgerinnen und Bürgern gesprochen. EVN-Vertreter wurden natürlich auch befragt.
Zusätzlich wird es eine Studio-Konfrontation zwischen Bürgerinitiative und EVN geben.
Es wird also spannend…

Die Sendung trägt dazu bei, dass mehr Menschen in ganz Österreich über das umstrittene EVN-Vorhaben erfahren. Im Kamptal geht es nämlich nicht nur um einen lokalen Konflikt um ein Kleinkraftwerk. Denn: das Kamptal steht unter Natura 2000-Schutz, was eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes von geschützten Arten und Lebensraumtypen verbietet bzw. Verbesserungen vorschreibt. Auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie untersagt Verschlechterungen für Fliessgewässer. Der geplante (vergrößerte) Neubau der Staumauer und die beabsichtigte Flussausbaggerung (auf 1,5 Kilometer Länge!) wird aber zu ökologischen Verschlechterungen führen. Sollten im Kamtpal tatsächlich die Bagger auffahren, dann würde das unweigerlich vollendete Tatsachen für ganz Österreich schaffen und  umweltschädigende Projekte auch in anderen Natura-Gebieten leichter duchsetzbar machen…

Daher: Bitte unbedingt ansehen und weitersagen! Es sollten möglichst viele Menschen über das fragwürdige EVN-Projekt eines neuen Minikraftweks in einem Schutzgebiet (mit schwerwiegenden Folgen für Natur und Landschaft) erfahren!

Die Vertreter der Bürgerinitiative für einen lebendigen Kamp – Clemens Feigl (l) und Stefan Glaser (r) – bei Peter Resetarits (m).

Kamp-Flashmob: Hände weg vom Kamp

Am 29. August 2018 trafen sich mehr als 100 Menschen aus der Region im Kamptal bei Rosenburg, um ihr Natur- und Erholungsgebiet vor einem geplanten Kraftwerksneubau zu bewahren.

Das mittlere Kamptal ist als Natura 2000 Gebiet der EU ausgewiesen und steht daher unter gesetzlichem Schutz. Verschlechterungen hinsichltich ökologischer Schutzziele sind ergo verboten. Die geplante Flussausbaggerung um bis zum 1,5 Meter auf einer Länge von einem Kilometer, die neue und höhere Staumauer samt vergrößertem Stausee in der wilden Kamptschlucht bedingen  deutliche ökologische Beeinträchtigungen. Das Kamptal ist außerdem als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Der Kraftwerksneubau und die damit verbundene Großbaustelle werden das Landschaftsbild aber vermutlich nicht gerade verbessern.

Laut EVN soll das aber alles „unerheblich“ sein. Die EVN behauptet obendrein dreist, das Mini-Kraftwerk (mit dem großen Naturzerstörungspotenzial) sei eine Massnahme für den Klimaschutz. Gleichzeitig will der EVN-Mehrheitseigentümer, das Land NÖ, eine Waldviertelautobahn errichten. Die würde die CO2-Emissionen in einem enormen Ausmaß erhöhen. Und: auf kaum einem vielen Einkaufszentren-Dächer in NÖ wird  Sonnenstrom erzeugt. Also: wie ist das mit dem Klimaschutz in NÖ?

Viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Kamptal lehnen die geplanten Eingriffe ab -und engagieren sich für ihr Natur- und Erholungsparadies…
Hunderte Menschen aus den Kamptal-Gemeinden haben im Mai 2018 einen Einspruch gegen die Umweltverträglichkeitserklärung der EVN unterschrieben und als „Bürgerinitiative“ Parteienstellung im Verfahren erlangt.

Am 29. August trafen sich mehr als 100 Menschen, um für ihr Kamptal buchstäblich ins Wasser zu gehen: Es fand der erste „Fluss-Flashmob“ im (kühlenden) Wasser des Kamp. Ein ORF Team (Bürgeranwalt) war mit dabei. Genau an der Stelle des „Splashmobs“ will die EVN den völlig naturbelassenen Kamp um 1,5 Meter tief ausgebaggern – um mehr Fallhöhe für die Stromerzeugung zu erzielen (sprich: um mehr Rendite zu machen…).

Das Kamptal oberhalb von Rosenburg ist eines der letzten, naturnahen Flusstäler in NÖ. Es darf nicht umgebraben und in einem erweiterten Stauraum versinken!

Die Menschen im Kamptal wollen ihr Natur- und Erholungsparadies bewahren.
Kamp-Flashmob: Hände weg vom einmaligen Naturfluss!

 

WWF-Flussreport: Massive globale Schäden durch wirtschaftlichen Scheuklappenblick

Flüsse sind mehr als nur Energie- und Wasserlieferanten – WWF fordert Neubewertung von Flusssystemen unter Rücksichtnahme ökologischer und sozialer Funktionen – Auch Österreichs Gewässerschutz braucht ganzheitliche Betrachtung.

Gesunde Flüsse sind Lebensraum sowie direkte Lebensgrundlage für Milliarden Menschen. Zudem mildern sie die negativen Auswirkungen des Klimawandels ab. Die rücksichtslose Übernutzung von Flüssen hingegen trägt zum Verschwinden ganzer Regionen bei. Der Bericht „Valuing Rivers“, den der Umweltverband WWF zur dieswöchigen Weltwasserwoche im Stockholm veröffentlicht hat, warnt vor der einseitigen Bewertung von Flüssen als reine Energie- oder Wasserlieferanten und verweist auf die vielfältigen Aufgaben, die Flüsse für Mensch und Natur übernehmen. Auch in Österreich zeigt sich die Wichtigkeit von gesunden Flüssen und deren nachhaltiger Nutzung.
„Flüsse sind unsere Lebensadern. Ohne gesunde Flüsse hätten sich keine Zivilisationen entwickeln können. Es ist eine Ironie der Menschheitsgeschichte, dass es gerade die hohen zivilisatorischen Ansprüche sind, die unsere Lebensadern am stärksten gefährden – sei es in der Energiegewinnung, im Industriesektor oder in der Landwirtschaft“, so WWF-Flussexperte Gebhard Tschavoll. „Wir müssen die Art und Weise, wie wir unsere Flüsse bewerten und bewirtschaften, dringend ändern – sonst drohen katastrophale Folgen für Mensch und Natur.“

Der neue WWF-Bericht „Valuing Rivers“ liefert eine umfassende Darstellung der globalen Flussfunktionen. Demnach sind weltweit zwei Milliarden Menschen für ihr Trinkwasser direkt auf Flüsse angewiesen. Ein Viertel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängt von der Bewässerung durch Flüsse ab. Jedes Jahr werden mindestens zwölf Millionen Tonnen Süßwasserfische gefangen, die Millionen von Menschen Nahrung und Lebensunterhalt sichern. Eine halbe Milliarde Menschen leben in Fluss-Deltas, darunter die Bewohnerinnen und Bewohner von Megametropolen wie Shanghai, Kalkutta und Ho Chi Minh City. Ohne die stetige Versorgung mit Sedimenten drohen Flussdeltas im Meer zu versinken. Werden die Zubringerflüsse durch Dämme im Oberlauf verbaut, können sie das benötigte Material nicht in den Unterlauf transportieren. Das Resultat: Erosion und Landverlust im jeweiligen Delta.

Vernetzte Funktionen der Donau

„Auch in Österreich brauchen wir einen ganzheitlichen Blick auf die unterschiedlichen Flussfunktionen“, fordert WWF-Flussexperte Gebhard Tschavoll. „Was am Oberlauf von Flüssen passiert, hat Auswirkungen auf den Unterlauf. Bestes Beispiel ist die Donau: mit 18 Ländern Einzugsgebiet, der internationalste Fluss der Welt. Entsprechend vielfältig sind die Nutzungsinteressen.“ Während die energiewirtschaftliche Nutzung der Donau hoch ist, so spielt sie als Nahrungsquelle – besonders für Staaten am Oberlauf – kaum mehr eine Rolle. Etliche Kraftwerke nutzen den Fluss als Stromlieferant, stellen jedoch neben anderen Faktoren wie Verschmutzung und Überfischung für die Fischbestände eine große Belastung dar. Durch die vielen Staumauern werden auch Sand und Sedimente aufgehalten, was zur Verstärkung der Erosionskräfte im Unterlauf und vor allem im Donaudelta führt. Dem entgegen arbeitet der WWF seit Jahren mit seinem Programm zum Schutz des Donaustörs, aber auch mit Projekten zur Renaturierung degradierter landwirtschaftlicher Flächen im Delta.

Ein weiteres Problem an der starken Flussverbauung ist das gestiegene Gefahrenpotenzial im Hochwasserfall. In Österreich leben mehr als 3,7 Millionen Menschen in unmittelbarer Nähe von Flüssen. Durch Begradigungen wurde den Flüssen viel Platz weggenommen, was bei Hochwassern zu einer extremen Beschleunigung der Wassermassen führt. Während eine Hochwasserwelle an der Donau 1954 von Passau bis Hainburg noch 115 Stunden brauchte, so waren es beim Katastrophenhochwasser 2013 nur mehr 65 Stunden. Intakte Flusssysteme mit Überschwemmungsflächen in natürlichen Auen und Seitenarmen mindern das Hochwasserrisiko. Der WWF identifiziert in seinem Flussentwicklungsplan insgesamt 40 Flussstrecken in ganz Österreich, wo ökologischer Hochwasserschutz und die Wiederherstellung heimischer Flusslandschaften Hand in Hand gehen. Moderate Flussaufweitungen reduzieren die Erosionskraft der Flüsse. Zugleich entsteht neuer Lebensraum für selten gewordene Arten, wie Flussuferläufer, Ufertamariske oder Äsche.

Auf europäischer Ebene sind die Schutzstandards in der EU-Wasserrahmenrichtlinie verankert. Diese Grundlage des Gewässerschutzes gilt weltweit als Positiv-Beispiel für die langfristige Sicherung der Wasserressourcen. Die effektive Umsetzung der Richtlinie ist jedoch mangelhaft: Nach einer Untersuchung der EU-Umweltagentur aus dem Juli 2018 befinden sich nur mehr zirka 15  Prozent von Österreichs Flüssen in einem „sehr guten ökologischen“ Zustand. Der WWF fordert daher einerseits eine effektive Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie andererseits eine umfassende Neubewertung von Flüssen unter Mitberücksichtigung aller ökologischen und sozialen Flussunktionen – und nicht nur des Energiepotenzials.

Report-Download: hier klicken

 

KAMP-SPLASHMOB! 29. August, Rosenburg…

Am 29.8. treffen sich Bürgerinnen und Bürger in Rosenburg zum ersten KAMP-SPLASHMOB.
Dabei handelt es sich um einen Flashmob, aber im Wasser.

Treffpunkt: 9:30, bei der Rauschermühle (Zinnermühle), gegenüber Kraftwerk Rosenburg.

Wir werden mit unserem Kamp in direkten Kontakt treten. Also wird es nass.
Daher: Badesachen mitnehmen!

Bitte weitersagen und hinkommen!
(PS.: Es werden auch Medien erwartet…)

WWF: Tausende nicht mehr gebrauchte Dämme drücken Gewässerqualität in ganz Europa

Eine Studie von Dam Removal Europe sieht alleine durch die Entsorgung von baulichen Altlasten großes Potenzial, um die Gewässerqualität in Europa zu verbessern und zugleich neuen Lebensraum für Natur und Mensch sicherzustellen. Sanierungsmaßnahmen dieser Art sind überfällig. Laut EU-Umweltagentur sind 60 Prozent der europäischen Gewässer in keinem guten Zustand. Der Umweltverband WWF sieht auch in Österreich etliche Flussstrecken, die unnötig hoher Belastung ausgesetzt sind, und fordert den Rückbau unrentabler und stillgelegter Wasserkraftwerke.

Ein konkretes Beispiel ist der Kamp in Niederösterreich. Durch Rückbau des ausgedienten Kraftwerks in Rosenburg könnten mehrere Kilometer Kampfluss wieder als Naturlebensraum zurückgewonnen werden. Stattdessen gerät der Kamp durch den geplanten Ausbau durch die EVN weiter unter Druck. „Für die Gesamtenergieversorgung Österreichs spielen so kleine Anlagen wie am Kamp kaum eine Rolle. Die Naturzerstörung ist hingegen immens“, warnt Gerhard Egger, Flussexperte des WWF. Schon jetzt sind im geschützten Kamp-Unterlauf mehr als 60 Prozent der Flussstrecke gestaut oder ausgeleitet. Eine zusätzliche und vor allem unnötige Belastung ist laut WWF unbedingt zu vermeiden. Vielmehr könnte ein Rückbau der Altanlage bei Rosenburg den Kamp wieder zu einem Naturfluss aufwerten. „Davon profitieren Fauna und Flora, aber auch die Tourismusregion“, erklärt WWF-Flussexperte Gerhard Egger. „Der Benefit durch eine derartige Flusssanierung könnte wesentlich höher ausfallen, als durch die vergleichsweise geringe wirtschaftliche Ausbeute eines neuen Kraftwerks.“

In Österreich ist die Flussbelastung durch Verbauung insgesamt sehr hoch. Von den 5.200 Wasserkraftwerken des Landes schöpfen bei Weitem nicht alle ihr Effizienzmaximum aus. Manche sind gar nicht mehr in Verwendung und stellen trotzdem eine Barriere dar. Laut Erhebungen des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus haben 70 Prozent der Anlagen keine funktionierende Fischaufstiegshilfe. Österreichweit versperren unglaubliche 30.000 Querbauwerke lebensnotwendigen Raum für Gewässerorganismen. „Angesichts des enormen Verlustes an natürlichem Gewässerraum, muss bei allen unproduktiven Querbauwerken die Frage gestellt werden, ob ein Rückbau nicht besser als die Erhaltung wäre“, erklärt Gerhard Egger. Modellfälle zeigen, dass sich die Gewässerfauna durch Renaturierungen sehr rasch regenerieren kann.

Die Beseitigung nicht mehr gebrauchter Barrieren kommt den EU-Mitgliedsländern auch bei der Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zugute. Darin verpflichten sich die Europäischen Staaten, ihre Gewässer bis 2027 in einen guten Zustand zu bringen. Aktuell trifft dies in der EU, wie auch in Österreich, nur auf 40 Prozent aller Gewässer zu. Der Handlungsbedarf ist somit groß. Dennoch droht eine Abschwächung der EU-weiten Standards im Gewässerschutz für Flüsse, Seen und Grundwasser. Aktuell wird die Wasserrahmenrichtlinie durch die EU-Kommission in Form eines Fitness-Checks überprüft. UmweltschützerInnen in ganz Europa plädieren für die unveränderte Beibehaltung dieses wichtigen Instruments. Statt einer Abschwächung braucht es ernstzunehmende Ambitionen für die Umsetzung der Ziele, damit Wasser als eine der wichtigsten Ressourcen langfristig für alle Menschen in Europa gesichert bleibt.

Über Dam Removal Europe
Dam Removal Europe (DRE) ist ein Zusammenschluss von fünf Organisationen: WWF, World Fish Migration Foundation, European Rivers Network, The Rivers Trust and Rewilding Europe. DRE strebt einen breiten Schulterschluss an zwischen Menschen, Organisationen und Regierungen mit dem Ziel, Flüssen mehr Platz zu geben. Bewerkstelligt werden soll dies durch die Entfernung obsolet gewordener Dämme und Barrieren an Europas Flüssen. Die Studie von Dam Removal Europe (DRE) schätzt, dass alleine in Frankreich, Spanien, Polen und Großbritannien bis zu 30.000 vorwiegende kleinere Dämme überflüssig sind.

DRE-Studie 2018: „Dam Removal: A viable solution for the future of our European Rivers

Wider die Schönfärberei: Werner Gamerith stellt richtig…

Unter dem Titel „Ein Schuss ins eigene Knie?“ meint der Horner NÖN-Redaktionsleiter Thomas Weikertschläger: „Geht es darum, geplante Projekte in die Tat umzusetzen, regt sich immer wieder Widerstand. (…) Scheitert aber künftig jedes Projekt, das sich mit alternativer Energie befasst, am Widerstand Einzelner – denn selbst die von der Initiative angegebenen 500 Unterschriften können schwer als Zeichen der generellen Ablehnung des Projektes durch die Bevölkerung gesehen werden – dann schießen wir uns langfristig damit ins eigene Knie.“

Der Umweltschützer, Kulturtechniker / Wasserwirtschafter und Publizist Werner Gamerith widerspricht:

Sehr geehrter Herr Weikertschläger,

es ist einfach unfair und unwahr, Kritikern des EVN-Vorhabens in Rosenburg zu unterstellen, sie würden jedes Alternativenergieprojekt verhindern. Vielmehr ist es höchst notwendig, dass sich Menschen nicht nur grundsätzlich, sondern auch ganz konkret um ihre Umwelt kümmern. Und im gegeständlichen Fall würde für den Stromverbrauchszuwachs von ein paar Monaten einfach zu viel an unwiederbringlichen Wildfluss- und anderen Lebensräumen geopfert.

Damit Sie die Beschwichtigungen der EVN richtig einschätzen können, gehen Sie bitte vom Kraftwerk auf dem Waldweg zur Wehranlage hinüber (sh. Foto unten) und stellen sich eine 5 m breite Asphaltstraße vor, die da in den Steilhang gesprengt wird. Laut EVN sind das „nur Befestigungsmaßnahmen auf bestehenden Wegen.“

Von solcher Schönfärberei strotzt die eingereichte Umweltverträglichkeitserklärung nur so, manche heikle Punkte bleiben unerwähnt. Deswegen hat es begründete Einsprüche gehagelt. Die Bürgerinitiative hat nicht nur hunderte engagierte Unterstützer in der Region, sondern sämtliche Naturschutzorganisationen einhellig hinter sich.

Müssen Sie wirklich mit einem derartig einseitigen und desinformativen Kommentar die NÖN zur Propagandamaschine der EVN herabwürdigen? Von einer seriösen Zeitung erwarte ich eine objektive und differenziertere Berichterstattung.

Mit freundlichen Grüßen,
DI Werner Gamerith

Riverwalk 2018: ‘n Kamp entlang! – Flusswanderung im Waldviertel

Der diesjährige Riverwalk von Generation Earth findet vom 6. – 18. August statt – und zwar in Niederösterreich. Das Motto lautet: „‘n Kamp entlang! – Flusswanderung im Waldviertel.“
Um das geht es: „In einer Gruppe von 15 Personen wandern wir durch das Waldviertel und folgen dem Flussverlauf des Kamps. Wir verbringen die gesamte Zeit in der Natur – schlafen unter freiem Himmel, kochen gemeinsam draußen, entdecken die schönsten Plätze entlang des Flusses, treffen inspirierende Menschen und beschäftigen uns mit dem Wasserschutz in Europa.“
5 Plätze sind noch frei! Besonders cool wären junge Menschen aus der Region! Bewerbungen auf der Generation Earth Website

Land NÖ soll sich nicht selber als Hauptaktionär der EVN eine Bewilligung zu erteilen…

Diese engagierte Stellungnahme zum UVP-Verfahren wollen wir euch nicht vorenthalten…

Stellungnahme  Ursula Duit
(3400 Klosterneuburg)

Betrifft: Einspruch zur beabsichtigten Neuerrichtung des Kraftwerkes Rosenburg

Der natürliche Lebensraum des Kamp Flusses soll erhalten bleiben, also kein Eingriff für eine Kraftwerksneuerrichtung veranlaßt werden. Im Gegenteil soll – wie von der Plattform Lebendiger Kamp vorgeschlagen – die Wildflussstrecke durch Dammöffnung verlängert werden. Und anstelle der Energiegewinnung durch Wasserkraft soll das Land NÖ auf Sonnenenergie setzen.

Begründungen:

1. Es handelt sich um einen rechtlich geschützten Lebensraum (FFH und Vogelschutz Richtlinie, NÖ Naturschutzgesetz). Dieser Schutz besteht, weil er Sinn macht und dringender denn je notwendig ist. Der bestehende Schutzstatus wird sinnentleert,  wenn rechtliche Gegebenheiten so genutzt werden, dass Interessen durchgedrückt werden können, die dem eigentlichen Naturschutz zuwiderlaufen (etwa durch Anwendung des Begriffes „künstlich veränderter Wasserkörper“). Eine beliebige Interpretation, Zurechtbiegung oder Verzerrung rechtlicher Bestimmungen, ebenso wie eine Verharmlosung der Auswirkungen des Bauvorhabens unterwandern den tiefen Sinn und Zweck von Naturschutz. Es würde sich also um einen rechtlichen und politischen Gewaltakt handeln, wenn dieses Projekt genehmigt wird.

2. Das Land NÖ hat aus moralisch-ethischen Gründen die Aufgabe, sich nicht selber als Hauptaktionär der EVN eine Bewilligung zu erteilen – auch wenn dies die Rechtslage zuläßt.  Als Bürgerin erwarte ich mir von den Entscheidungsträgern und Entscheidungsgremien eine moralische Haltung, die auf Freiwilligkeit beruht und über rechtliche Möglichkeiten hinausgeht. Dies bedeutet, dass das Land NÖ freiwillig der Argumentation und Expertise von Seiten des Naturschutzes (sprich Naturschutzbund, Plattform Lebendiger Kamp mit all seinen ExpertInnen und engagierten Menschen) folgt, anstatt sich eine Eigenermächtigung zu erteilen und damit eine verwerfliche Optik zu erzeugen, bzw. damit einen verwerflichen Entscheidungsweg zu gehen. Behörden und Politik des Landes NÖ sollen sich also vorbildlich und über jeden Verdacht erhaben verhalten, genau so wie von den Bürgern rechtschaffenes und anständiges Verhalten erwartet wird.

3. Wasserkraftwerke können keinen Ökostrom liefern, weil sie gleichzeitig wertvollen natürlichen Lebensraum und Artenvielfalt zerstören. Damit verschlechtern sie die regional und global vernetzten ökologischen Kreisläufe, die bereits durch menschlichen Einfluß gestört sind. Da ich persönlich (ebenso wie meine Familie und Nachkommen) die regional und global vernetzten funktionierenden ökologischen Kreisläufe (die auch auf Artenvielfalt beruhen) zum Leben benötige, entspricht die geplante Neuerrichtung des Wasserkraftwerkes einem Angriff auf meine Lebensgrundlage (und damit jene aller BürgerInnen). Die Entscheidungen des Landes NÖ sollten jedoch die Sicherstellung  der natürlichen Lebensgrundlagen seiner Bevölkerung gewährleisten und (alternative) Energiegewinnung sowie wirtschaftliche Interessen dieser Sicherstellung der Ökosystemleistungen angleichen. Eine Neuerrichtung des Kraftwerkes widerspricht dieser Sicherstellung.

4. Naturnahe Lebens- und Wildnisräume dienen dem seelischen Wohlbefinden und damit der ganzheitlichen Gesundheit. In NÖ wurden und werden laufend  natürliche vielfältige  Lebensräume verdrängt oder in ihrer Qualität beeinträchtigt. Dieser Prozess eines  scheibchenweisen Verlustes  führt im persönlichen Erleben zu psychischem Stress, dem Erkennen einer Bedrohung und verhindert seelische Ausgeglichenheit.  Das betroffene Kampgebiet sowie andere verbliebene ähnlich wertvolle Bereiche in NÖ werden konkret von mir und vielen anderen Menschen zur seelischen Erholung aufgesucht und daher dringend in ihrer bestehenden Form zum Leben benötigt. Alleine das Wissen um einen neuerlichen Verlust wirkt sich schon belastend aus. Daher ist der  Eingriff am Kamp, wie er geplant ist,  als Teil einer erkennbaren Gesamtentwicklung sowie als einzelnes Projekt durch  negative Auswirkungen auf das seelische Wohlbefinden von Teilen der Bevölkerung und damit auf die Gesundheit abzulehnen.

5.Die Einladung und Motivation der niederösterreichischen Natur im Garten Aktion zur naturnahen Gartengestaltung hat unter anderem Ersatzlebensräume für heimische Tiere und Pflanzen zum Ziel, welche aus der Landschaft verschwunden sind. Als Privatperson rackere ich mich persönlich ab, eine Blumenwiese und andere Lebensraumelemente im eigenen Garten zu etablieren. Zusätzlich arbeite ich ehrenamtlich im Bereich Naturschutz, erbringe kostenlos Dienstleistungen in diesem Bereich und verzichte der Umwelt und Mitmenschen zuliebe auf viele konsumierende Güter und Verhaltensweisen. Wenn nun von der Landesregierung Maßnahmen gesetzt werden, die mit einem Schlag mehr Lebensraum ruinieren, als ich persönlich mit hohem Arbeitsaufwand herzustellen vermag, dann setzt mit der Zeit Frustration ein – Nicht nur bei mir, sondern bei einer Vielzahl von Bürgern, die dem Umwelt- und Naturschutz mit größtem persönlichen Einsatz quasi hinterherhetzen, weil im selben Atemzug das  neoliberale Wirtschaftsystem  mehr Lebensraum und Vernetzung verschlingt  als bewahrt oder geschaffen werden kann. Dieses Verhältnis muss sich umdrehen. Der Landtag und die Landesregierung  können als demokratische Volksvertretung nicht Teile dieses Volkes in die Erschöpfung treiben.

6. Die Medien und die Homepage des Landes NÖ transportieren ein großes Bewußtsein  für die Klimakrise, den Artenschwund und die gesamte Problematik der Ressourcenübernutzung. Das Land NÖ bietet zwar viele Initiativen, die der Umweltkrise entgegenwirken sollen und dies auch tun. Allerdings verbrauchen die Niederösterreicher durch den hohen Grad an Wohlstand und Luxus dennoch weitaus mehr als einen Planeten!! Der Welterschöpfungstag ist durch den Verbrauch in (Nieder)Österreich bereits im April erreicht! Das ist eine beschämende Tatsache! Das bedeutet, dass der Energiehunger sehr stark reduziert werden muss, wenn erstens der Klimaveränderung Grenzen gesetzt werden sollen und zweitens die Notwendigkeit alternativer Energiequellen die verbliebenen natürlichen Lebensräume nicht gänzlich auffressen soll. Insoferne ist die Neuerrichtung eines Kampkraftwerkes nicht zukunftstauglich und sogar schädlich für das Gesamtgleichgewicht der Natur, das es vorrangig zu unterstützen gilt. Das Land NÖ müßte also zunächst auch unliebsame und unpopuläre Maßnahmen treffen, die geeignet sind, eine deutliche Reduktion des Verbrauches zu erwirken. Beim Umstieg auf erneuerbare Energien ist das geringste Übel zu wählen und nicht wie in diesem Fall auch noch ein wertvolles Naturjuwel zu zerstören. Dem großen Bewußtsein für die Umweltkrisen, welches das Land NÖ der Öffentlichkeit kommuniziert,  müssen politische Entscheidungen folgen, die tatsächlich große Veränderung herbeiführen, welche der Dimension der Krise und Bedrohung gerecht wird. Anstelle einer Genehmigung des Kraftwerkes Rosenburg neu muss jetzt und sofort und ohne Wehleidigkeit ein Primat der Ökologie zur politischen und gesellschaftlichen Handlungsrichtlinie erhoben werden. Nur so kann die NÖ Landesregierung verhindern, dass die Unersättlichkeit anderer Menschen mich, meine Familie und Nachkommen in eine verarmte, homogene, eintönige und durchtechnisierte Umwelt mithineinzwingt.

Hunderte BürgerInnen formieren sich gegen Neubau des Kraftwerks Rosenburg im Kamptal

UVP-Einsprüche von fünf führenden NGO’s: EVN-Unterlagen strotzen vor gravierenden Mängeln und unsachgemäßen Schlussfolgerungen

Am 15. Juni 2018 endete die Stellungnahme-Frist im Rahmen des Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahrens zu dem von der EVN geplanten Neubau des Kampkraftwerks Rosenburg. Die Bürgerinitiative „Lebendiger Kamp – Nein zum Ausbau des Kraftwerks Rosenburg“ sammelte in nur zwei Wochen weit mehr als 500 Unterschriften in den betroffenen Gemeinden. Davon gingen bis Freitag 15.6. 420 Unterschriften rechtzeitig bei den Vertreterinnen der Bürgerinitiative ein und wurden – samt ausführlichen Zusatzerläuterungen – fristgerecht an das Amt der NÖ Landesregierung übermittelt. Die Bürgerinitiative hat somit die Hürde von 200 Unterschriften deutlich übertroffen und daher um die Zuerkennung der Parteienstellung im UVP-Verfahren angesucht. Die Anliegen der Bürgerinitiative werden von Prominenten wie den Schauspielerinnen Erni Mangold und Anne Bennent unterstützt.

Auch ExpertInnen der Umwelt- und Naturschutzorganisationen Naturschutzbund NÖ, Forum Wissenschaft und Umwelt, LANIUS, Riverwatch und WWF haben die „Umweltverträglichkeitserklärung“ der EVN penibel durchleuchtet. Die Analysen der Fachleute erbrachten eine lange Liste an gravierenden Mängeln und fachlich befremdlichen Schlussfolgerungen. Durch die geplante Unterwasserausbaggerung von 1,5 Kilometer und die Stauanhebung werden geltende gesetzliche Bestimmungen – wie die EU-Naturschutzrichtlinien, die EU-Wasserrahmenrichtlinie und der NÖ-Landschaftsschutz – verletzt. Die NGOs bewerten das EVN-Kraftwerksprojekt eine Kraftwerksneubaus in Rosenburg daher als „nicht genehmigungsfähig“. Naturschutzbund NÖ, Forum Wissenschaft und Umwelt, LANIUS und WWF haben zudem Parteienstellung im UVP-Verfahren beantragt.

„Wir sind vom Ausmaß der Unterstützung aus der Bevölkerung regelrecht überwältigt, so viele Unterschriften haben wir nicht erwartet“, freut sich Sibylle Steidl, Vertreterin und Erstunterzeichnerin der neu gegründeten Bürgerinitiative. In weniger als zwei Wochen gingen 534 Unterschriften aus den Gemeinden Rosenburg-Mold, Gars, Horn, Altenburg, Meiseldorf und Burgschleinitz bei den InitiatorInnen ein. Die Bürgerinitiative spricht sich entschieden gegen den Neubau des Kraftwerks im Natura2000-Gebiet Kamp- und Kremstal aus. Weitere InitiatorInnen aus der Kamptal-Region sind der Unternehmensberater Clemens Feigel, der Biologe Stefan Glaser und die Geschäftsfrau Barbara Zohner.

Zentrale Kritikpunkte der KraftwerksgegnerInnen aus dem Kamptal:
Verschlechterungen für geschützte Tier- und Pflanzenarten in einem ausgewiesenen Natura2000-Schutzgebiet durch den Kraftwerksbau.
Der Neubau der Staumauer und die Fluss-Ausbaggerung wird eine weitere Verschlechterung der Fließdynamik mit entsprechend negativem Einfluss auf den Fischbestand und Wasserqualität sowie eine Absenkung des Grundwasserspiegels zur Folge haben.
Die Umweltschützer sind überzeugt, dass die Stromausbeute des Kraftwerkes in keinem Verhältnis zur Umweltzerstörung steht.
Dazu kommt, dass sich die VertreterInnen der Bürgerinitiative vom Kraftwerksbetreiber EVN nur mangelhaft bzw. falsch informiert fühlen.

Sibylle Steidl: „Unser Ziel ist es, den Kraftwerksbau abzuwenden und dieses Flusstal von einzigartiger Schönheit zu bewahren. Nicht vorzustellen, wenn dort täglich lärmende LKW und Bagger die Landschaft zerstören. Schwere ökologische Schäden wie etwa die Schlägerung eines streng geschützen Aulebensraumes werden von der EVN zudem auch noch verharmlost. Wir werden uns das nicht gefallen lassen.“

Der Kamp soll über 1500 Meter flussabwärts unterhalb des alten Kraftwerks ausgebaggert werden, um die Fallhöhe des Wassers für die Energiegewinnung um einen Meter zu steigern. Die EVN kalkuliert hier mit einer Grundwasserabsenkung auf ein Gebiet von 15 Hektar. Die flussbegleitende Auenlandschaft würde dadurch den Kontakt zum Wasser verlieren, die Fließdynamik des Kamps würde entscheidend verschlechtert bzw. geschützte Arten heimatlos. Der Biologe Stefan Glaser ist überzeugt: „Dieses Bauvorhaben verstößt gegen Naturschutzgesetze.“

Der ebenfalls im Kamptal ansässige Unternehmensberater Clemens Feigel ist zudem EVN-Aktionär. Er hat die Zahlen analysiert: „Die EVN behauptet, dass das neue Kraftwerk 2400 Haushalte versorgen wird. Das bestehende Alt-Kraftwerk versorgt 1200 Haushalte. Die geplante Stauerhöhung und Ausbaggerung bringen nur einen Zugewinn für ca. 400 Haushalte. Der Rest geht auf den Einsatz besserer Technik wie neue Turbinen zurück, was auch beim alten Kraftwerk umgesetzt werden könnte. Wenn sich die EVN nicht besinnt, wird sie mich, und möglicherweise auch viele andere, wohl als Aktionären und Kunden verlieren…“

Hier sind die Stellungnahmen im Wortlaut einsehbar: UVP-Einsprüche.

Bürgerinitiative für den lebendigen Kamp und prominente Unterstützerinnen: Clemens Feigl, Stefan Glaser, Erni Mangold, Sibylle Steidl, Anne Bennent, Barbara Zohner